All Those Ugly Lies – Teil 28

Palmer Ich holte die Flasche Sprudel aus dem Kühlschrank und goss mir ein Glas ein. Langsam zermürbte mich das Warten. Außerdem wusste ich nicht einmal, ob es Sadie recht war, dass ich in ihrem Bungalow auf ihre Rückkehr wartete. Ich war bei der Aufzeichnung der Kochsendung dabei gewesen und hatte gesehen, wie ihr Vater zu Boden gegangen war. In Anbetracht der Tatsache, dass er den Tod seiner Tochte in Auftrag gegeben hatte, konnte ich nicht behaupten, Mitleid mit ihm zu haben. Ich wollte nur, dass es Sadie gut ging – eine für mich ungewohnte Regung. Als ich ins Wohnzimmer zurückkehrte,…

All Those Ugly Lies – Teil 27

Sadie Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit stand ich vor dem Kleiderschrank und wusste nicht, was ich Anziehen sollte. Heute würde das Finale dieser merkwürdigen Kochsendung gefilmt werden. Der neueste Coup meines Vaters, um das Weingut noch bekannter zu machen. Mir kam das Spektakel gelegen, denn auf diese Weise stand ich nicht im Zentrum der ungeteilten Aufmerksamkeit. Ich tastete mich langsam an meine Eltern heran, die beide mit dem Event beschäftigt waren. Bisher bildetete ich mir ein, dass meine Mutter wie immer war, während mein Vater sich deutlich reservierter verhielt. Ich zog zwei Kleider hervor und überlegte, welches davon ich…

All Those Ugly Lies – Teil 26

Palmer »Das ist Ihr Schlüssel. Am besten parken Sie direkt hinter Uhrem Bungalow auf der gekiesten Fläche. Normalerweise ist hier nicht so viel los, aber dieses Wochenende wird das Finale You Want To Be A Chef? aufgezeichnet. Das Eadric-Weingut fühlt sich geehrt, die Location dafür zu stellen. Möchten Sie einen Platz im Publikum reservieren?« Die Rezeptionistin lächelte mich an. »Klingt toll.« Ich nickte. »Es gibt zwei Termine, das Halbfinale heute um 17.00 Uhr oder das Finale am Sonntag um 14.00 Uhr.« »Wenn ich die Wahl habe, nehme ich natürlich das Finale. Wann bekommt man schon eine solche Gelegenheit? Werden Sie…

All Those Ugly Lies – Teil 25

Sadie JETZT Ich hatte mich geweigert, auf dem Untersuchungsstuhl Platz zu nehmen, solange die Polizistin mit im Raum war. Nachdem sie meine Kleidung in eine Beweismitteltüte geschoben und den Dreck unter meinen Fingernägeln hervorgekratzt hatte, wollte ich meine Ruhe haben. Die Ärztin war erstaunlicherweise auf meiner Seite und raunte mir zu, als die Polizistin unter Protest endlich gegangen war: »Ich mag auch keine Cops.« »Das ist es nicht einmal. Ich möchte bloß etwas Privatsphäre.« Ich starrte an die grünlich-beige Zimmerdecke, bis die Ärztin fertig war. Sie schaute mich prüfend an. »Sie haben einige Verletzungen, die entweder auf sehr rauen Sex…

All those ugly lies – Teil 24

Palmer Es war nicht so, als wäre mir die Bedeutung der Worte nicht geläufig. Aber ich hatte mich bereits vor langer Zeit damit abgefunden, niemals geliebt zu werden. Ich war früh genug klug genug gewesen, um vorausahnen zu können, was passieren würde, wenn ich eine Freundin hätte und die Beherrschung verlor. Daraufhin war es die einzig logische Konsequenz gewesen, keine Beziehungen zu führen. Inzwischen war ich älter und hatte gelernt, mich zu kontrollieren. Doch um ehrlich zu sein mochte ich mein Leben und konnte von niemandem verlangen, mich zu akzeptieren wie ich war. In Sadies Kopf musste ganz gehörig etwas…

All those ugly lies – Teil 23

Sadie »Was ist, wenn wir es doch mit einer Lösegeldforderung versuchen, um zu sehen, ob dein Vater anbeißt?« Murphy schob seine leere Kaffeetasse von sich. Während ich nachdachte, schüttelte Palmer bereits den Kopf. »Das ist eine dumme Idee.« Ich lehnte mich auf dem Küchenstuhl zurück. »Wir könnten ihn erpressen, indem wir ihm anonym mitteilen, dass wir von seiner Textnachricht an Mathis wissen, die reichlich verdächtig wirkt.« »Wäre das nicht effizienter, wenn wir wenigstens einen Screenshot der Nachricht hätten?«, wandte Palmer ein. »Quatsch.« Murphy winkte ab. »Es reicht doch, dass wir davon wissen, um ihn nervös zu machen.« »Und was erhofft…

All those ugly lies – Teil 22

Palmer Nach sechs Wochen hatte das Interesse an Sadies Fall merklich nachgelassen. Für den Geschmack der Medien war sie nicht länger interessant genug für die große Schlagzeile und rutschte Tag für Tag weiter auf der Titelseite nach unten, bis sie nur noch eine Randnotiz auf Seite 5 war. Als es so weit war, hatte sie mich bereits weichgekocht. Im Haus fiel ihr die Decke auf den Kopf, weshalb ich nach einigem Zögern zustimmte, sie mit in den Supermarkt zu nehmen. Es war ungewohnt, sie auf dem Beifahrersitz zu sehen, selbst wenn sie eine große Sonnenbrille und eine Cap trug, damit…