All those ugly lies – Teil 14

Palmer

Ich konnte nicht widerstehen. Sadies Trotz löste in mir unglaubliches Verlangen aus. Sie hatte keine Ahnung, was ihr bevorstand, wenn sie mich weiterhin auf diese Weise reizte.
»Was zum Teufel willst du von mir, Palmer?« Ihre Augen waren zu schmalen Schlitzen zusammengezogen. Sie versuchte tapfer, so unbeteiligt wie möglich zu wirken. Dabei konnte ich sehen, wie der Puls an ihrem Hals pochte. Es wäre ein Leichtes, ihn noch höher zu treiben.
»Antworten. Und an deiner Stelle würde ich auf den Tonfall achten.«
Sie verzog das Gesicht. »Wie wäre es, wenn du mich loslässt? Dann können wir wie normale Menschen miteinander reden.«
»Wir sind beide nicht normal. Warum sollten wir also vorgeben, es zu sein?« Mit der Fingerkuppe umkreiste ich die andere Brustwarze. Lange würde ich nicht mehr widerstehen können. Ach, was soll’s, dachte ich und beugte mich vor. Ich saugte an der harten Spitze, bevor ich meine Zähne hineinbohrte.
Sadie verharrte regungslos, nur ein leises Wimmern verriet mir, dass sie nicht in Schockstarre verfallen war.
Nachdem ich die Vertiefungen, die meine Zähne hinterlassen hatten, mit der Zunge nachgezeichnet hatte, fragte ich: »Hast du Angst?«
»Ja«, wisperte sie.
»Dann lass mich die Frage umformulieren. Fournier ist nicht dein Typ. Wann hattest du das letzte Mal Angst vor ihm, statt nur genervt zu sein?«
»Ich weiß nicht, was du meinst.« Sie wollte den Kopf abwenden und meinem forschenden Blick ausweichen.
Ich seufzte. Mit einem Ruck drehte ich sie um, bis sie auf dem Bauch unter mir lag. Ich hielt ihre Hände in die Matratze gepresst und benutzte mein Knie, um ihre Beine unten zu halten. Sadie zappelte hilflos unter mir. Als meine Hand das erste Mal auf ihren nackten Arsch traf, bäumte sie sich auf.
»Du. Sollst. Mich. Nicht. Anlügen.« Nach jedem Wort landete ein neuer Schlag auf der cremigen Haut.
Sie wimmerte und wand sich, doch sie hatte keine Chance.
»Hast. Du. Das. Verstanden?« Vier weitere Hiebe sorgten für noch mehr Rot, das auf ihrem Hintern blühte.
»Parker, hör auf!« Sie wehrte sich wie eine Katze, die nicht gebadet werden wollte.
»Falsche. Antwort.« Ich hielt mich nicht zurück und jeder Schlag hallte lauter durch den Raum als der vorherige.
»Ich weiß es nicht, okay? Irgendwann einmal war Mathis charmant und anders als die Kerle, die ich vorher kannte.« Sadie schluchzte und vergrub ihr Gesicht im Laken.
»Was hat sich verändert?«
Sie zuckte mit den Achseln. »Woher soll ich das wissen?«
Da mein neues Spielzeug nicht länger wirkte, als würde sie lügen, ließ ich sie mit einem Hauch von Bedauern los. Ich wäre gern weiter gegangen, aber wie es aussah, würde ich mich noch etwas gedulden müssen. »Zieh das Shirt an.«
Sie zögerte nicht länger. Die Botschaft war angekommen. Ihre Finger zitterten, als sie den Saum auseinanderzog und den Stoff raffte, um es überstreifen zu können.
»Komm mit«, sagte ich.
»Wohin?« Das Misstrauen kehrte zurück in ihre Stimme.
Ich seufzte und begann, meinen Nasenrücken zu massieren. »Wann wirst du lernen, zu gehorchen?«
Obwohl nach wie vor Angst in ihren Augen stand, reckte sie das Kinn. »Falls es dir aufgefallen sein sollte, ich bin nicht unbedingt gut darin, brav und folgsam zu sein.«
Ich konnte rein gar nichts gegen das schmutzige Grinsen auf meinem Gesicht tun. »Soll ich es dir beibringen? Wir wissen beide, dass du nichts lieber tun würdest, als mich um Sex anzubetteln. Nur dein Stolz hält dich davon ab. Das kann ich ändern.«
Angesichts der Drohung hatte ich erwartet, dass sie nachgeben würde. Aber ich unterschätzte Sadie. Sie holte zittrig Luft und reckte das Kinn. »Versuch es doch.«
Wahrscheinlich hatte sie nicht die geringste Ahnung, was sie mit ihrem Wunsch in mir auslöste. Nur leider hatte ich gerade keine Zeit, ihrer Aufforderung nachzukommen. Bald würden die Nachrichten laufen und ich wollte, dass Sadie sie mit eigenen Augen sah.
»Du wusstest, was der Preis sein würde, wenn du mit zu mir kommst. Früher oder später werde ich dafür sorgen, dass du jedes einzelne Wort bereust. Willst du das wirklich, Sadie?«
»Keine Ahnung. Ich schätze, das werden wir dann herausfinden.«
Ich musste ein Knurren unterdrücken. Sie bettelte geradezu um das nächste Spanking. Wahrscheinlich würde sie erst fügsam werden, wenn ich sie drei Tage hintereinander auf dem Bett liegen ließ und alle zwei Stunden zu ihr kam, um sie knapp an den Rand eines Höhepunkts zu bringen. Wie lange würde es dauern, bis aus der Wildkatze ein possierliches, anschmiegsames Kätzchen wurde? Ich ließ meinen Blick über Sadie wandern. Vermutlich verdammt lange.
Sie überraschte mich, indem sie sich plötzlich auf die Zehenspitzen stellte und eine Hand auf meinen Unterarm legte, um sich abzustützen. Offensichtlich wollte sie mich auf die Wange küssen, doch ich drehte den Kopf und vereitelte ihren Plan. Der Kuss landete auf meinem Mundwinkel.
Es war eine relativ züchtige Berührung, die trotzdem reichte, um meinen Hunger zu schüren. Ehe mir selbst klar war, was ich tat, hatte ich Sadie gegen die Wand gedrückt und pinnte sie mit meinem Körper fest. Ich packte ihr Kinn und küsste sie.
Ihr Widerstand erlahmte im Bruchteil einer Sekunde, als ich ihre Lippen auseinanderzwang und die Zunge in ihren Mund gleiten ließ. Das kleine Stöhnen, das sie daraufhin von sich gab, raubte mir fast den Verstand.
Meine Hand war bereits auf ihrem Oberschenkel und ich hatte nur noch ein Ziel – da fiel mir die Nachrichtensendung wieder ein.
Alles andere würde warten müssen.
Ich löste mich von Sadie und trat einen Schritt nach hinten. Sie stolperte beinahe, dann berührte sie mit den Fingerspitzen ihre Lippen. In dem Moment wirkte sie so verletzlich, dass ich mit meiner Selbstbeherrschung rang. Der bösartige Teil in mir wusste, wie leicht es in genau dieser Sekunde wäre, sie zu zerstören. Ich riss mich zusammen und ballte stattdessen die Fäuste, um mich zu beruhigen. Anspannen. Lockerlassen. Anspannen. Lockerlassen. Dazu zu zwei tiefe Atemzüge.
Sadie blinzelte und starrte mich an. »Entschuldige. Ich wollte nur …«
Indem ich die Hand hob, schnitt ich ihr das Wort ab. »Komm mit.«
Ich wandte mich ab und ging voraus in den Flur, bevor ich die Treppe ins Erdgeschoss nahm. Sadie folgte mir, das hörte ich am Geräusch ihrer nackten Füße auf dem Steinboden. Im Foyer wandte ich mich nach links, um in die Küche zu gehen.
»Was ist das?« Die Neugier in ihrer Stimme hielt mich zurück.
Ich drehte mich um. Sadie stand vor dem Glaskasten mit meinem Kunstwerk und kniff die Augen zusammen, während sie sich vorbeugte.
»Meine Trophäensammlung. Sieh zu, dass ich mich nicht genötigt fühle, dich dort hinzuzufügen.«
Sie richtete sich auf und starrte mich über den Glaskasten hinweg an. »Trophäen?«
»Du erinnerst die an den Mann, der auf der Bahre neben dir in meinem Todessalon lag, wie du ihn so schön genannt hast?«
»Ja.«
»Er ist noch nicht dabei.«
Sadie runzelte die Stirn und studierte die Skulptur, die im Grunde nicht mehr war als eine delikate geometrische Form – nur wusste ich, woraus sie bestand und das machte in meinen Augen die Schönheit aus. In den seltenen Fällen, wenn ich Besucher hatte, ignorierten sie das langweilige Kunstobjekt in meiner Eingangshalle. Wen interessierte schon ein dreidimensionales Quadrat, das auf einer der spitzen Ecken stand?
»Es ist hübsch. Wahrscheinlich will ich gar nicht wissen, woraus es gemacht ist.«
»Wahrscheinlich nicht«, bestätigte ich. Meine Ungeduld wuchs. Es wurde Zeit, Sadie in die Küche zu bringen. Sie musste etwas essen und die Nachrichten sehen.
Ihre Nase berührte fast das Glas. »Sind das alles einzelne Elemente, die du zusammengesetzt hast?«
»Ja.«
»Ist jedes Teil von einem deiner Opfer?«
»Ja.«
Das Blut wich aus ihrem Gesicht. »Es sieht aus, als wären das ziemlich viele Teile.«
»Knapp 400«, sagte ich ruhig. »397 um genau zu sein.«
»Okay. Es ist trotzdem hübsch.«
Ich studierte ihre Miene, da ich weder Anzeichen für eine Lüge noch für Angst erkennen konnte. Sadie hörte einfach nicht auf, mich zu erstaunen. Ich signalisierte ihr, mir zu folgen und ging endlich in die Küche.
»Setz dich«, sagte ich und deutete auf den Esstisch. An der Wand dahinter hing der Fernseher. Ich schaltete ihn ein und suchte das richtige Programm.
Sadie ließ ihren Blick schweifen und verharrte für meinen Geschmack eine Sekunde lang zu bei der Hintertür.
»Du würdest es nicht schaffen«, erklärte ich.
»Ich bin schnell.«
»Nicht schnell genug. Außerdem hast du keine Ahnung, wie das Grundstück aussieht, weil du bewusstlos warst, als ich dich hierher gebracht habe. Wie würdest du beispielsweise den elektrischen Zaun überwinden?«
Sie legte den Kopf schräg. »Gibt es denn einen elektrischen Zaun? Das erscheint mir doch sehr umständlich.«
Widerwillig musste ich lächeln. »Erwischt. Es ist ein normaler Zaun.« Die Nachrichten wandten sich endlich der Pressekonferenz zu, die Sadies Vater am Vormittag gegeben hatte.
Er saß an einem Tisch, unzählige Mikrofone vor sich aufgebaut. Neben ihm saß der Chief of Police und Halverston drückte sich im Hintergrund herum.
»Falls Sie Hinweise zum Verschwinden meiner Tochter haben, wären meine Frau und ich für jeden Anruf dankbar.«
Sadie starrte gebannt auf den Fernseher, während ihr Vater weitersprach: »Im Moment gehen wir von einer Entführung aus, wobei ich zu Gott bete, dass es keine ist. Sadie ist in der Vergangenheit desöfteren weggelaufen und ich hoffe, dass es dieses Mal auch der Fall ist. Der Gedanke, jemand könnte mein kleines Mädchen in der Gewalt haben, ist unerträglich. Bitte, Sadie, falls du das siehst, lass uns wissen, dass es dir gut geht.«
Der Chief drückte seine Schulter, ehe er sich an die Reporter wandte: »Hat jemand Fragen?«
Mit einer schnellen Bewegung griff Sadie nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher aus. »Er lügt.«
»Was?« Ich war verblüfft.
Sadie schüttelte den Kopf. »Ich verstehe es einfach nicht. Warum sollte er das tun? Wieso behauptet er, ich wäre bereits in der Vergangenheit weggelaufen? Das stimmt nicht. Ich bin nie weggelaufen.«
»Weil es dann weniger auffällt, falls du nicht zurückkommst«, erklärte ich schlicht.
Sie zwinkerte ein paar Mal hintereinander – vermutlich, um nicht zu weinen, ehe sie tief durchatmete. »Meinst du?«
»Ja.« Ich ging zum Herd. Dort stand die Tomatensuppe, die ich bereits aufgewärmt hatte, bevor ich Sadie geholt hatte. Ich füllte eine Schüssel für sie und brachte die Suppe zum Tisch, bevor ich sie zusammen mit einem Käsesandwich servierte. »Du musst etwas essen.«
»Wie soll ich jetzt essen?«
»Was bringt es, wenn du nichts isst?« Ich zog eine Augenbraue hoch.
»Auch wieder wahr.« Eher zögerlich nahm sie den Löffel. »Danke, schätze ich.«
»Warum schätzt du?«
»Es könnten Betäubungsmitteln darin sein.«
Ich setzte mich ihr gegenüber hin. »Keine Sorge. Ab jetzt hätte ich dich lieber bei vollem Bewusstsein.«
Sie schnitt eine Grimasse, aß dann aber lieber, als sich von mir in weitere Gespräche verwickeln zu lassen. Die Schüssel war bereits halb leer, ehe sie den Löffel weglegte. »Warum tut mein Vater das?«
»Du kennst ihn besser als ich.«
Sie lachte auf, es klang bitter. »Offensichtlich nicht. Denn ich habe gedacht, alles wäre in Ordnung. Soweit ich weiß, bin ich nicht eine so schreckliche Tochter, dass man mich umbringen müsste.«
»Ich kann dir nicht helfen.«
Sie kniff die Augen zusammen und studierte mein Gesicht. »Kannst nicht oder willst nicht?«
Ich dachte an mein Gespräch mit Jack und Murphy zurück und daran, was ich ihr alles verschwieg. »Lass es mich anders formulieren: Ich weiß zu wenig, um eine vernünftige Aussage zu tätigen.«
Mit erstaunlicher Klarheit betrachtete sie mich. »Ich glaube dir nicht. Warum hast du mich in Wahrheit mitgenommen?«
Kurz hielt ich ihrem Blick stand, dann deutete ich auf den Teller. »Hast du keinen Hunger mehr?«
»Nein.«
»Sicher? Sonst bringe ich dich zurück ins Schlafzimmer.«
Sadies Schultern sanken. »In Ordnung.«
Obwohl sie beinahe genauso genervt wie vorher klang, störte mich etwas an ihrem Tonfall. Ich sah ich mich um, dann seufzte ich. »Böses Mädchen. Wo ist es?«
»Wo ist was?« Sie hielt mir tapfer stand.
»Sadie, Sadie, Sadie.« Ich schnalzte mit der Zunge. »Es hätte so gut mit uns werden können. Jetzt muss ich dich leider einsperren, bis ich eine Lösung gefunden habe.«
»Ich weiß nicht, was du …«
»Wo ist das Messer?«, fragte ich harsch und unterbrach sie damit. Ich deutete auf den Teller, auf dem ich das Käsesandwich in zwei Stücke geschnitten hatte.
Sadie öffnete ihre Hand über dem Tisch. Das kleine Schälmesser mit der kleinen, aber sehr scharfen Klinge fiel heraus. »Du kannst mir den Versuch wohl kaum übel nehmen.«
»Nein, aber ich kann dich dafür bestrafen.« Ich machte einen Schritt auf sie zu. »Wie soll ich jemals lernen, dir zu vertrauen?«
»Ich werde es nicht wieder machen, okay?«
»Davon gehe ich aus.« Ich packte ihren Oberarm und zog sie vom Stuhl hoch. Wie es aussah, würde ich jetzt zum ersten Mal die Zelle einweihen, die sich in meinem Keller befand. Eigentlich hatte ich sie nur für den Fall eingebaut, dass ich mehr Andrang als Operationstische hatte. Bisher war sie unbenutzt.
Sadie war mir ein Rätsel. Was hatte sie dazu bewogen, das Messer zu nehmen? Sie war klug genug, um zu wissen, dass sie keine Chance gegen mich hatte. Nicht mit so einem kleinen, lächerlichen Ding. Es hätte nicht einmal keinen Unterschied gemacht, wenn es größer gewesen wäre. Meine Erfahrung und die körperliche Überlegenheit sorgten dafür, dass Sadie mir ausgeliefert war. Selbst wenn sie eine Pistole in die Finger bekäme, würde ich mir nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen. Ich war immerhin nicht Mathis Fournier.
Die Bösewichte, die sonst auf meinem Tisch landeten, waren leicht zu durchschauen. Ihr Antrieb war immer Geld, Macht oder Rache.
Sadie hingegen …
Sadie war wie ein Puzzle. Bisher hatte ich noch nicht alle Teile, aber bald würde ich jedes ihrer Geheimnisse enthüllen.
Ich brachte sie in den Flur. Sie versuchte nicht, sich zu wehren. Vermutlich hatte sie zu viel Angst und fragte sich, was ich vorhatte.
Auf dem obersten Treppenabsatz zögerte sie, aber letztlich blieb ihr nichts anderes übrig, als mit mir zu gehen. Ich war zu stark. Außerdem konnte sie sich ausrechnen, dass ich keine Hemmungen hatte, sie notfalls über die Schulter zu werfen und zu tragen.
Vor der Zellentür blieb ich stehen.
»Du willst mich einsperren?« Der Hauch von Panik in ihrer Stimme verursachte ein Ziehen in meinem Unterleib.
»Hättest du lieber eine Spritze?«
Mit hängenden Schultern sah sie in die Zelle, nachdem ich die schwere Tür geöffnet hatte.
»Deine Entscheidung, Sadie. Du kannst reingehen und über deine Fehler nachdenken – oder ich betäube dich wieder. Allerdings solltest du bedenken, dass du bei der zweiten Variante gar nicht mitbekommen würdest, wenn ich zurückkomme und mich an dir vergehe.«

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