All those ugly lies – Teil 11

Sadie

Das leichte und schwerelose Gefühl beim Aufwachen war genau wie beim ersten Mal, doch es ließ sehr viel schneller nach. Es war unsanft. Etwa so, als würde ich nicht auf der Wolke schweben, sondern wäre heruntergefallen.
Ich schlug einfach die Augen auf und war bei vollem Bewusstsein. Auch musste ich mich nicht erinnern – ich wusste zu gut, was passiert war. Mathis, Charles, Palmer. Keine offenen Fragen.
Zumindest nicht, bis mir bewusst wurde, dass ich mich wieder nicht regen konnte. Dafür lag ich weicher. Ich blinzelte zweimal. Das schien nicht mehr der Raum zu sein, in dem die Operationstische standen. Es war wärmer, das Licht nicht so hart und es roch nicht nach Desinfektionsmitteln, sondern nach Palmer.
Als hätte er gewusst, dass ich wach war, kam er näher. Ich hörte eine Tür, einen Lichtschalter und Schritte.
Es kostete mich einiges an Kraft, doch ich schaffte es, meinen Kopf zur Seite zu drehen. Außerdem spürte ich ein Kribbeln in den Zehen und konnte den kleinen Finger an der linken Hand bewegen. Nicht sonderlich nützlich, aber ein Anfang.
Palmer war nur noch mit einer Jeans bekleidet. Barfuß und oben ohne kam er näher, was ein kratziges Gefühl in meiner Kehle verursachte, weil ich nicht wusste, was ich davon halten sollte.
Der Kuss im Hotelzimmer war selbst angesichts der widrigen Umständen heiß gewesen. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, nicht darüber nachgedacht zu haben, wie Sex mit Palmer wohl sein würde.
Trotzdem grübelte ich darüber, was ich bisher über ihn wusste. Er fand mich anziehend. Er hatte mich geküsst und schien der Idee, Sex mit mir zu haben, nicht abgeneigt zu sein. Außerdem wirkte es bis jetzt, als hätte er mir das Leben gerettet – vorausgesetzt, er änderte seine Meinung nicht noch.
Auf der anderen Seite standen Erkenntnisse wie die Tatsache, dass er jemand war, den Leute anriefen, die Leichen loswerden wollte. Palmer war offensichtlich der Ansprechpartner in Sachen Informationsbeschaffung und er hatte keinen Hehl daraus gemacht, wie viel Spaß es ihm machte, Leute zu foltern.
Sollte ich in Panik geraten? Ich war ganz offensichtlich in seinem Schlafzimmer und lag auf seinem Bett – nur minimal bekleidet und außerstande, mich zu rühren. Mein Herz hämmerte von innen gegen die Rippen.
Um mich von der aufkommenden Panik abzulenken, starrte ich seine Tattoos an. Auf seiner Brust hatte er ein interessantes Motiv aus Sanduhr, Rosen und verschnörkelten Bändern, die keineswegs feminin wirkten. Mein Blick wanderte tiefer, bis mir klar wurde, dass ich ihn nicht noch ermuntern sollte, indem ich seinen muskulösen Körper bewunderte und mich fragte, wie sein Schwanz wohl aussah.
Ich brauchte wirklich Hilfe. Sicherlich würden zwei bis drei Dutzend gute Psychologen mir dabei helfen, zu ergründen, warum ich in einer solchen Situation an Sex dachte.
Nach allem, was passiert war, sollte ich verunsichertes, ängstliches und weinendes Häufchen Elend sein, das in einer Ecke vor sich hinwippte, statt gebannt darauf zu warten, was als Nächstes passierte.
Palmer setzte sich auf die Bettkante. »Hast du deine Zunge verschluckt, Sadie?« Sein Tonfall sandte ein Ziehen durch meinen Unterleib. Er klang so … so bedrohlich und aufreizend.
»Nein.«
»Warum sagst du dann nichts? Ich könnte mir vorstellen, dass du viele Fragen hast.«
Die hatte ich in der Tat. Doch es änderte nichts, denn nach wie vor hatte ich Angst vor den Antworten.
Er streckte die Hand aus, strich ein paar meiner Haarsträhnen nach hinten und fuhr die Linie meines Unterkiefers nach. Meine Atmung beschleunigte sich merklich. Es war völlig ausgeschlossen, dass Palmer diese Tatsache entgangen war. Seine eisblauen Augen funkelten zu sehr. Sein Lächeln war das eines Raubtiers, gleichermaßen gefährlich und verführerisch. Mein Magen machte einen Satz.
Vielleicht waren das gar nicht meine Reaktionen. Möglicherweise waren es die Drogen, die er mir gegeben hatte. Was sonst sollte bewirken, dass meine Erregung trotz der zunahm, obwohl ich mich nicht regen konnte.
Seine Finger glitten über meinen Hals nach unten, bis er den Ausschnitt des Shirts erreichte.
»Was tust du?«, brachte ich heiser hervor.
»Mich vergnügen.«
Das war nicht, was ich hatte hören wollen. Unter normalen Umständen hätte ich mich wahrscheinlich versteift, meine Muskeln angespannt. Doch ich konnte mich nicht rühren, obwohl ich genau spürte, wo und wie er mich anfasste.
»War es deine Absicht, dass ich mich nicht bewegen kann, aber alles fühle?«
Statt mir zu antworten, packte Palmer den Saum meines Shirts und schob eine Hand unter meinen Rücken, damit er es mir ausziehen konnte.
Ich konzentrierte mich, hoffte, die Kontrolle über meinen Körper wiederzuerlangen.
»Du musst dich nicht anstrengen. Dieses Mal habe ich alles genau kalkuliert. Ich weiß, wie viel Zeit ich habe, bevor du dich wieder bewegen kannst.«
Ich atmete durch. »Zeit wofür?«
Sein Lächeln vertiefte sich. Dann beugte er sich vor und küsste meine Halsseite. Ich wimmerte, weil seine Lippen meine Haut zu verbrennen schienen. Offensichtlich war ich nicht nur bewegungsunfähig, sondern auch um ein Vielfaches empfänglicher für Reize.
Seine Finger strichen über meinen Bauch, bevor sie zwischen meine Schenkel glitten.
Im Bruchteil einer Sekunde war ich erleichtert, mich nicht rühren zu können, denn mein Instinkt wäre es gewesen, die Beine zu spreizen. Dabei sollte ich ihn nicht ermuntern.
Der Daumen streifte meine Klit und eine kleine Explosion entzündete sich. Als hätte er einen Schalter umgelegt, brandete Erregung in meinem Körper auf.
»Nicht!«, flehte ich.
Sein Daumen kreiste träge um meinen Kitzler, nachdem Palmer meine Schenkel einfach auseinandergeschoben hatte. »Ich soll aufhören?«, fragte er. Dabei folterte er mich weiterhin mit der federleichten Berührung.
»Ja.«
Schockiert, dass er tatsächlich gehorchte und seine Hand wegnahm, ächzte ich und erschrak, wie gequält der Laut klang.
Das Blau seiner Augen hypnotisierte mich, während er lachte. »Du musst dich schon entscheiden, Sadie. Für mich klingt alles, was du sagst, wie eine Lüge.«
Ich hielt seinem forschenden Blick nicht länger stand und zwang mich, das einzige zu tun, zu dem ich in der Lage war. Unter größter Anstrengung wandte ich den Kopf zur anderen Seite.
»Das ist auch eine Antwort, schätze ich.« Palmer lachte leise, als er die Finger wieder auf meine empfindlichste Stelle legte und die Manipulation meiner Lust wieder aufnahm.
Ich presste die Lippen aufeinander, um nicht zu stöhnen.
Er wusste genau, was er tat. Es war zu viel Druck, um mich unbeteiligt zu lassen, und zu wenig, um etwas anderes als neue Erregung zu provozieren.
Es war leichter, die Augen zu schließen, als darüber nachzudenken, was ich tun konnte, um ihn zu stoppen. Denn die Antwort war frustrierend: Nichts.
Palmer nahm die Finger von meiner Klit und ließ mich mit dem bittersüßen Brennen unbefriedigter Lust zurück. Ich erstarrte innerlich, als er sich über mich beugte und seinen Bart an meinen Brüsten spürte. Heißer Atem strich über meine Haut, bevor er über meine Nippel leckte. Ganz kurz nur streifte er die hart zusammengezogenen Spitzen. Das Flehen um mehr lag auf meiner Zunge, doch ich beherrschte mich. Ich konnte es nicht über mich bringen, ihn zu motivieren, und darum zu betteln, was er ohnehin tun wollte.
Mein Entschluss wurde pulverisiert, als Palmer die Lippen um eine der Brustwarzen schloss und ohne Vorwarnung hart saugte. Ich wollte schreien, aber mein Mund klappte auf, ohne dass ein Geräusch erklang. Stattdessen rang ich nach Luft.
Ich dachte, ich wäre darauf vorbereitet, wenn er sich dem zweiten Nippel widmete – nur leider war Palmer ein geschickter Bastard. Während ich auf seine Zunge fokussiert war, stahl seine Hand sich zwischen meine Schenkel. Er knabberte an meiner Brustwarze und schob im gleichen Moment zwei Finger in meine Pussy.
Ich bot ihm keinen Widerstand. Im Gegenteil – das feuchte Schmatzen war mehr als verräterisch.
»So nass, Sadie? Das macht ja beinahe kein Vergnügen.« Er lachte leise an meinem Ohr. Seine Lippen strichen erneut über meinen Hals, ehe er mich küsste. Seine Zunge glitt eroberte meinen Mund. Er nahm sich, was er wollte.
Ich war reduziert worden auf ein Bündel überreizter Nervenenden und konnte schon jetzt an nichts anders als Erlösung denken.
Er fickte mich mit seinen Fingern. Harte, ruppige Bewegungen, denen jegliche Zärtlichkeit fehlte, und die mich trotzdem mehr als alles je zuvor erregten. Ich dachte daran, wie sehr ich seinen Schwanz anstelle seiner Finger spüren wollte.
Mein Puls beschleunigte sich und als ich die Augen öffnete, wusste ich, dass Palmer es gesehen hatte. Das Verlangen in seinem Blick war echt und ungefiltert. Sein Begehren war dermaßen roh, dass es beängstigend wirkte.
Die Spannung in meinem Unterleib vervielfältigte sich. Wenn ich nicht bald etwas sagte, um ihn zu stoppen, würde er mich zum Orgasmus bringen.
Ich sah ihn an und leckte mir über die Unterlippe.
»Behaupte nicht, dass ich aufhören soll, Sadie. Das wäre eine Lüge und Lügen werden bestraft.«
Mein Protest fiel wie ein angestochener Luftballon in sich zusammen. »Ich …« Der angefangene Satz erstarb, als Palmer sich über mich beugte und seinen Mund auf meinen Kitzler presste.
Grundgütiger nein, dachte ich. Und gleich danach: O Gott ja. Ja, ja, ja, ja, ja.
Er saugte, leckte und knabberte an mir, bis ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Mit der freien Hand zupfte er an meinen Nippel und ich glaubte, sterben zu müssen.
Ein großer Irrtum.
Die wahre Qual wurde mir erst bewusst, als er unvermittelt aufhörte.
Plötzlich war alles weg. Seine Hände, sein Mund, der warme Atem und der feste Griff. Meine Erregung verwandelte sich in unerfüllte Pein. Ich spürte, wie meine Pussy sich krampfartig zusammenzog und angesichts der Leere schier verzweifelte.
»Du hättest mich bitten können«, erklärte Palmer. Er stand auf und wischte sich über den Mund. »Aber ich schätze, das wirst du noch lernen.«
Was? Ich verstand nichts von dem, was er sagte.
Mit dem Rücken zu mir öffnete er eine Schublade und holte etwas heraus. Erst als er sich wieder umdrehte, sah ich die blutroten Seile und den Ballknebel. »Nein!«, sagte ich mit fester Stimme, obwohl die Panik mich im Griff hatte. »Nein!«
»Ich möchte sehen, wie du mich hinderst.« Er lächelte böse.
In diesem Moment wusste ich nicht, was schlimmer war. Die Aussicht, von ihm gefesselt zu werden, oder die Tatsache, dass mein ganzer Körper unbefriedigt summte.
»Bitte hör nicht auf!« Ich war erbärmlich. Anders konnte ich mir das Betteln nicht erklären.
Palmer warf die Seile aufs Bett. Mein Atem stockte, als er die Hand ausstreckte. Ohne Vorwarnung zwickte er mich in den linken Nippel, was mir einen Schrei entlockte.
»Zu spät«, erklärte er. »Du hättest die Wahl zwischen Schmerz und Lust gehabt. Letztlich unterscheiden sie sich nicht sonderlich, oder? Man muss das eine spüren, um das andere erfahren zu können. Du wirst es noch bereuen, mir die Entscheidung überlassen zu haben.«
»Palmer …«, begann ich, bis ich sah, wie er den Ballgag in die Hand nahm. Im gleichen Moment versiegelte ich meine Lippen.
Er legte den Kopf schräg. »Tz. Also wirklich, Sadie. Meinst du, das hindert mich? Mund auf.«
Tapfer sah ich zu ihm hoch.
»Hör zu, ich habe nie versprochen, dir nicht wehzutun. Es liegt an dir, wie gut oder schlecht ich dich fühlen lassen kann. Mach den Mund auf.«
Ich fühlte mich schwach, als ich gehorchte. Palmer verlor keine Zeit und legte mir den Knebel an, bevor er meine Hand- und Fußgelenke an die vier Pfosten des Bettes fesselte. Das Betäubungsmittel musste nachlassen, denn ich konnte meinen Kopf leichter drehen, um ihn zu beobachten.
Er zog die Seile fest, spreizte meine Schenkel weit. Ein paar Minuten betrachtete er mich wohlwollend, ehe er sich abwandte. »Ich muss etwas erledigen, doch es sollte nicht lange dauern.«
Zu gern hätte ich ihm hinterhergebrüllt, wie egal es mir war, wann und ob er wiederkam. Dabei wären es nur weitere Lügen gewesen.
Kurz vor der Zimmertür hielt er inne. »So was.«Er schnalzte mit der Zunge. »Jetzt hätte ich beinahe deine Strafe vergessen.«
Mein Herz verfehlte mindestens drei Schläge, als er dies so völlig beiläufig verkündete. Mit ein paar schnellen Schritten war er zurück am Bett. Selbst wenn ich nicht unter dem Einfluss des Betäubungsmittels gestanden hätte, wäre es mir aufgrund der Fesseln unmöglich gewesen, ihm auszuweichen.
Palmer sah mir direkt in die Augen, als würde er mir bis in die Seele blicken wollen, während bei ihm dort nichts war. Kalt und ausdruckslos musterte er mich.
Seine Hand bedeckte meine Pussy. Ich erschrak und wimmerte, was ihm ein Lächeln entlockte. Seine Finger drangen in mich ein. Dieses Mal mussten es mindestens drei sein. Ich fühlte mich auf köstliche Weise ausgefüllt. Sein Handballen drückte gegen meinen Kitzler.
Rein, raus, rein, raus und dabei immer festerer Druck auf meine Klit. Ich konnte den Höhepunkt erahnen, spürte, wie er sich aufbaute.
Dann stürzte ich in den Abgrund. Palmer trat zurück und das volle Ausmaß seiner Bestrafung wurde mir klar. Er hatte niemals die Absicht gehabt, mich kommen zu lassen.
Tränen der Frustration brannten in meinen Augen.
»Bis später, Sadie. Ich bin mir sicher, dass du mich vermissen wirst.«
Damit verschwand er und ließ mich unbefriedigt und hungrig nach mehr zurück. Genau das, was ich selbst am wenigsten gewollt hatte.
Ich brüllte in meinen Knebel und gab schon nach dem ersten Versuch auf. Palmer würde nicht zurückkommen. Er war ein Sadist. Oder ein Psychopath. Vielleicht ein Soziopath. Ein Monster. Möglicherweise auch ein bisschen von allem.
Ich sollte mir überlegen, wie ich mich befreien konnte, statt zu hoffen und zu bangen, was er mit mir machte, wenn er wiederkam.
Denn er würde wiederkommen.

3 Gedanken zu “All those ugly lies – Teil 11

  1. Ich bin auch sehr gespannt wie es heute weitergeht! Die Bücher und auch wieder dieser Blockroman sind einfach toll. Ich ärgere mich nach jedem Kapitel, dass es „nur“ der Blockroman ist, da ich somit leider immer warten muss, bis ein neues Kapitel erscheint und ich nicht einfach innerhalb einer Nacht das Buch durchlesen kann. Liebe Mia, weißt du eigentlich, welcher Qual du uns damit aussetzt? ;D

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