Merry Christmas – Teil 3

Logan

»Tyler«, knurrte ich. Obwohl es nicht meine Absicht gewesen war, hatte ich mich nicht beherrschen können und war ihm gefolgt. Er kannte die Regeln. Keiner von uns näherte sich dem Objekt unserer Begierde allein. Schon gar nicht, bevor wir ihr nicht erklärt hatten, was wir von ihr wollten.
Mit der Hand streifte er ihre Schulter, während er sich vorbeugte und nach dem Korkenzieher griff, der hinter ihr auf der Arbeitsfläche lag. Ihre Augen waren groß geworden, ihre Atmung hatte sich beschleunigt und es war niedlich anzusehen, wie sie sich an der Kante des Tresens festkrallte.
»Ich wollte nur den Wein entkorken.« In seiner Stimme schwang Belustigung mit. Doch weder ich noch Alice schienen seinen Humor zu teilen.
Er wandte sich mir zu, ein Grinsen umspielte seine Mundwinkel. »Keine Sorge. Ich bin sofort wieder bei euch.«
Mit diesen Worten entließ er mich, während Alice nervös zwischen uns beiden hin und her sah. Es war offensichtlich, dass er nur auf mein Verschwinden wartete. Widerwillig zog ich mich zurück und die Tür fiel ins Schloss.
Holden hatte am Tisch Platz genommen und musterte mich neugierig. »Und? Fickt er sie schon auf dem Küchentresen?«
»Nein, aber viel fehlt nicht mehr.« Ich ging geradewegs zur Bar und goss mir einen großzügigen Drink ein. Mehr als großzügig, um ehrlich zu sein.
»Wie kommt’s, dass es dich so stört? Du bist doch sonst nicht eifersüchtig.«
Er sparte sich die Mühe, es besonders zu betonen: Wir wussten beide, dass gerade ich in der Regel überhaupt nicht eifersüchtig war. Holden war der besitzergreifende von uns. Deshalb gab er sich auch keine Mühe, sein Lächeln zu verbergen.
»Ich mache mir einfach Sorgen, dass Alice die Flucht ergreift, wenn wir wie Panzer auf dem Schlachtfeld vorgehen.«
Mit dem Drink in der Hand setzte ich mich zu ihm. Er zuckte mit den Achseln. »Mehr als es zu versuchen können wir nicht. Aber Alice scheint mir nicht gerade abgeneigt zu sein.«
Mein bester Freund ließ ihren Namen wie eine Delikatesse auf seiner Zunge zergehen.
Endlich kam Tyler wieder, die entkorkte Flasche Wein in der Hand. »Schlechte Laune, Logan?«
Ich runzelte die Stirn und zeigte ihm den Mittelfinger. Er lachte und Holden schüttelte den Kopf.
Die Atmosphäre änderte sich, als Alice mit dem ersten Gang hereinkam. Sie trug die drei Teller auf den Armen, ihre Hüften schwangen bei jedem Schritt von Seite zu Seite. Die hohen Absätze betonten ihre Beine und ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen – dabei hatte ich gar keinen Hunger.
Drei Augenpaare folgten jeder ihrer Bewegungen und ich fragte mich, wann wir die Grenze zur sexuellen Belästigung hinter uns gelassen hatten. Es konnte ihr unmöglich entgehen, dass wir sie im Geiste längst aus dem engen Rock und der noch engeren Bluse geschält hatten.
Meinetwegen konnten wir auf das Essen verzichten und direkt zum Dessert übergehen. Mein Blick landete auf ihren vollen Brüsten, mein Schwanz reagierte mit großem Enthusiasmus auf die Vorstellung, Alices Nippel mit der Zunge zu erkunden.
Ich hatte gesehen, wie schnell sie in der Küche geatmet hatte, als Tyler sie beinahe berührt hatte – sicherlich würde sie hyperventilieren, wenn wir uns gleich zu dritt um sie kümmerten.
»Lachstatar, bitte sehr.« Alice lächelte, nachdem sie alle Teller auf dem Tisch verteilt hatte. Kurz verharrte sie an der Stelle, an der sie stand, als ob sie nicht genau wusste, was nun zu tun war.
»Danke, Darling.« Tyler hatte die Hände gefaltet und thronte wie ein Gangsterboss auf seinem Stuhl. Ich kannte ihn gut genug, um ihm die schmutzigen Gedanken von der Stirn ablesen zu können.
Alices Wangen röteten sich bei dem Kosenamen, sie nickte knapp und eilte zur Tür. Ich starrte ihrem knackigen Arsch hinterher und wünschte mir, sie wäre noch geblieben. Doch kaum, dass sie verschwunden war, drehte ich mich zu Tyler und funkelte ihn an.
»Was sollte die Nummer in der Küche?«
»Ich wollte nur die Möglichkeiten antesten. Beruhig dich wieder.«
Unwillig schüttelte ich den Kopf. »Ich bin ruhig.«
Holden lachte leise. »Hört auf zu streiten. Es ist spät, es schneit heftig – Alice wird uns nicht weglaufen. Lasst uns essen und dabei überlegen, wie wir unserer liebreizenden Kellnerin beibringen können, dass sie die Nachspeise sein wird.«
Ich schob meinen Teller von mir. »Keinen Hunger.«
»Zumindest nicht auf den Lachs, was?«, fragte Tyler und griff selbst nach dem Besteck.
Statt einer Antwort kippte ich meinen Drink hinunter. Der Alkohol brannte in meiner Kehle und das Gefühl beruhigte mich.
»Wir laden sie einfach nach dem Hauptgang auf ein Glas Champagner ein«, schlug Tyler in dem Moment vor.
Holden nickte. »Klingt gut. Wir sorgen dafür, dass sie sich in unserer Gegenwart entspannt, bevor wir ihr klarmachen, was unser Wunsch ist.«
Finster fixierte ich die Tür zur Küche. »Sollte sie nicht langsam mit dem nächsten Gang kommen?«
»Ich dachte, du bist nicht hungrig.« Tylers Augenbraue wanderte nach oben.
Mir juckte es in den Fingern, ihm an die Gurgel zu gehen. »Bin ich hier der Einzige, der Angst hat, dass es wie beim letzten Mal endet?«
»Nein«, gestand er zu meiner Überraschung. »Aber wenn du weiterhin so angespannt bist, vergraulst du sie allein damit.«
Unangenehm berührt stellte ich das Glas zurück auf den Tisch. »Du hast recht. Ich bin viel zu verkrampft. Sie ist verdammt sexy und die Panik, dass wir es versauen, wächst mit jeder Minute.«
Holden sah auf seine Armbanduhr. »Ihr habt beide recht. Wir sollten uns entspannen, doch Alice ist auffällig lange weg.«
Ich stand auf, ging zur Tür und warf einen Blick in die verwaiste Küche. »Sie ist nicht hier.«
In diesem Moment knackten die alten Holzbalken über unseren Köpfen, als würden sie unsere Aufmerksamkeit erregen wollen.
»Welchen Grund hätte eine Kellnerin, die Küche zu verlassen und durchs Haus zu schleichen?« Tyler stand auf und knöpfte sein Jackett zu.
Auch Holden erhob sich. »Das sollten wir dringend herausfinden.«
»Wartet.« Ich schloss die Tür. »Sie kann nicht weg. Dazu schneit es zu sehr. Was auch immer sie also dort treibt, sie wird trotzdem hierher zurückkehren und uns das Essen servieren müssen.«
»Und wir haben etwas, womit wir sie in die Enge treiben können«, schloss Holden mein kleines Plädoyer.
Tylers Lächeln hatte etwas Teuflisches an sich. »Der Plan gefällt mir.«
»Es ist kein Plan. Wir haben lediglich einen Wissensvorsprung.«
In der Küche klirrten ein paar Teller, als würde Alice besonders deutlich machen wollen, dass sie im Begriff war, das Essen zu servieren.
Sie kam mit dem zweiten Gang herein und wirkte deutlich nervöser als zuvor. Kein Wunder, dachte ich mir, behielt jedoch meine neutrale Miene bei.
Nachdem sie Holden und Tyler serviert hatte, kam sie mit dem letzten Teller zu mir. Sie stellte ihn vor mir ab, senkte den Blick und deutete einen kleinen Knicks an.
Gerade, als sie sich abwenden wollte, packte ich ihr Handgelenk und zog sie zu mir. Sie hatte nicht mit meinem plötzlichen Angriff gerechnet. Ihr Straucheln machte es mir leicht, sie auf meinen Schoss zu ziehen.
Ich schlang einen Arm um ihren Oberkörper, fixierte damit auch ihre Arme und küsste ihre Halsseite. Alice zog scharf Luft ein. Mit einem Mal verharrte sie vollkommen ruhig. Holden und Tyler beobachteten sie mit finsteren Blicken, sodass ihr von vornherein klar sein musste, dass sie von ihnen keine Hilfe zu erwarten hatte.
Wenn sie trotzdem darum bat, würde sich ihre Situation rapide verschlimmern.
Die freie Hand ließ ich über ihren Körper gleiten. Zuerst über ihre Brüste. Ihre Nippel zogen sich zusammen und drückten gegen den Stoff der Bluse. Die Knöpfe spannten unter ihren hastigen Atemzügen, als würden sie gleich abspringen und Alice allein zurücklassen.
Ich griff nach unten, liebkoste den cremigen Oberschenkel bis zum Saum des Rocks. Ein wenig zerrte ich ihn nach oben, bis Alice die Beine mit einem leisen Wimmern zusammenpresste. Bis zu dieser Sekunde hatte sie keinen Ton von sich gegeben. Doch sie versuchte auch nicht, sich zu wehren.
Ich kam bei der kleinen, weißen Schürze an und ertastete einen verräterischen Gegenstand in der Tasche. Holden und Tyler staunten nicht schlecht, als ich den Verlobungsring hervorholte, den Holden in seinem Safe im zweiten Stock verwahrte, seit unsere Geliebte ihn abgelehnt hatte.
»Hoppla. Was haben wir denn da?«, fragte ich dicht neben ihrem Ohr und genoss den Schauer, der über ihren Körper lief.
Tyler schnalzte mit der Zunge. »Eine Diebin. Wer hätte das gedacht! Holden, da es dein Haus ist, was schlägst du vor, wie wir verfahren?«
Alices Kopf fuhr herum, sie starrte Holden ängstlich an. Mit dem Daumen streichelte ich die Unterseite ihrer Brüste und beobachtete, wie ihr Puls immer schneller unter der zarten Haut an ihrem Hals pochte.
Falls sie spürte, wie meine Erektion sich gegen sie presste, war sie hervorragend darin, sich ihr Unbehagen nicht anmerken zu lassen. Falls es überhaupt Unbehagen war, das sie fühlte …
»Hm.« Holden verschränkte die Arme und fixierte unsere schöne Gefangene mit seinem Blick. »Das ist eine gute Frage. Hast du selbst einen Vorschlag, Alice?«
Ein Seufzer entrang sich ihrer Kehle. »Ich schätze, böse Mädchen müssen bestraft werden.«

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